BREMEN AI Branchenbuch prinvision

Der deutsche Druckmarkt ist mit 8.000 Betrieben und einem Umsatz von über 20 Mrd. Euro sowohl bedeutend, als auch erheblich fragmentiert. Ein hohes Maß an Spezialisierung erlaubt es Druckereien, Wettbewerbsfähigkeit in ihren jeweiligen Nischen zu entwickeln.

Das limitierende Element bei ihrer Spezialisierung ist häufig nicht die technische Findigkeit der Mitarbeiter, sondern die mangelnde Skalierbarkeit der Nische auf Gund zu geringer Auftragslage: Der jeweilige Spezialist wird simpel von den Auftraggebern nicht gefunden, so dass letztere bei nicht effizienten Anbietern zu teuer produzieren lassen. Auftraggeber tragen somit unnötige Kosten, spezialisierte Anbieter werden in ihrer Spezialisierungsentwicklung gehemmt.

Das Ausformulieren der Anforderungen an den jeweiligen Druckauftrag und das folgende Auffinden des korrekten Anbieters sind die Schlüssel, mit denen sich sowohl die Effizienz des Druckeinkaufs als auch die Spezialisierungstiefe von Druck-Anbietern verbessern läßt. Prinvision entwickelt mit seinen Kunden KI-basierte Instrumente, die beides erlauben. Wir setzen dabei in erster Linie beim Einkäufer an.

Unsere KI-gestützten Produkte:
– überprüfen Druckspezifikationen auf mögliche fehlende Anforderungen und schlagen Ergänzungen vor
– schätzen für Spezifikations-Varianten mögliche Preiskonsequenzen ab
– weisen Lieferanten für die jeweilige Spezifikation nach

 

Was ist euer Spezialgebiet?

Wir setzen Künstliche Intelligenz ein, um Spezifizierung und Preisrecherche in der Druckindustrie zu erleichtern und zu verbessern. Druck-Spezifikationen beschreiben die zu liefernden Druckerzeugnisse. Im Optimalfall erfassen sie alle entscheidenden Anforderungen an das zu fertigende Produkt. Wir setzen auf einen KI-gestützten Dialog, um die Anwender zu unterstützen, bereits bei der Erstellung der Spezifikationen Preissignale nutzen können, um Prioritäten festzulegen und selber informierte Abwägungsentscheidungen treffen zu können.

Welche Projekte habt ihr bereits erfolgreich umgesetzt?

Durch eine EFRE-Förderung über die Bremer Aufbau-Bank und im Team mit BIBA entwickeln wir derzeit den Prototypen der „Kristallkugel der Deutschen Druckindustrie“.

Mit welchen KI-Methoden arbeitet ihr?

Text-basierte Dokumente und Dialoge sind unsere primären Rohmaterialien. Entsprechend arbeiten wir vor allem mit NLP-Techniken, insbesondere Transformer-basierten Modellen, umgesetzt in tensorflow und trax.

Wer ist eure Zielgruppe?

Wir entwickeln unsere Produkte vor allem für all jene, die professionell mit dem Ein- und/oder Verkauf von Druck beschäftigt sind.

Wo seht ihr die größten Herausforderungen in den kommenden Jahren?

Privatheitsentscheidungen bei Datensätzen werden sicher immer schwieriger. Die heutigen KI-Modelle sind in der Lage, erhebliche Datenmengen „zu speichern“, das aber quasi versteckt. Bei der Speicherung von Datensätzen in Datenbanken kann ein Auditor untersuchen, ob die Daten um bestimmte, sensible Bestände bereinigt sind oder eben nicht. Bei dem Wissen, das in trainierten KI-Modellen liegt, ist diese Untersuchung sehr viel schwieriger oder gar unmöglich, da hier kein Klartext hinterlegt ist, sondern das Wissen um das „Next Word“. Diese versteckte Rekonstruierbarkeit der gesehenen Daten führt zu Grauzonen in rechtlicher und strategischer Hinsicht, die wir als Unternehmen, aber auch als Gesamtgesellschaft noch lernen müssen, zu bewerten und richtig handzuhaben.

Was sind die größten Potenziale von KI in eurer Branche?

KI wird in der Druckbranche sicher zunehmend auch Maschinennah eingesetzt werden. Die Andruckmakulatur, die entsteht, bis Passergenauigkeit und Farbabstimmung stehen, ist mit KI-Steuerung voraussichtlich stark reduzierbar. Auf der kommerziellen Seite sind Bedarfsanalyse, Spezifizierung, Preisfindung und Lieferantennachweise die großen Säulen, die das Geschehen bestimmen und für die wir an entsprechenden KI-Tools arbeiten.

Eine Zukunftsvision: Welches Alltagsproblem wird es dank KI in zehn Jahren nicht mehr geben? Und welches wird weiterhin existieren?

Angst um die Sicherheit unserer Kinder im Straßenverkehr werden wir in zehn Jahren hoffentlich erheblich weniger haben müssen als heute, da KI nicht trinkt, nicht telefoniert und keinen Geschwindigkeitsrausch hat. Die Auseinandersetzungen mit unseren pubertierenden Kindern zuhause werden wir aber weiterhin nicht an die Haushalts-KI delegieren können, sondern selber ausfechten müssen. Hoffentlich!

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