branchenbuch_bremen.ai_logo_humatectsHumatects wurde im März 2014 als Spin-off des OFFIS Instituts für Informatik (www.offis.de) in Oldenburg gegründet und bietet Dienstleistungen für die Gestaltung und Programmierung von Human-Machine-Interaction (HMI) an. Wissenschaftliche Forschung und Erkenntnisse, wie Menschen mit Maschinen umgehen, sind in modellbasierten Prozessen und Werkzeugen zusammengetragen, welche es ermöglichen, objektive, am Menschen orientierte Metriken zu verwenden, um HMI zu erstellen, die einfach zu verstehen, einfach zu bedienen sind und mit denen sich die Benutzer persönlich verbunden fühlen. Dieser modellbasierte Ansatz ergänzt Kreativität mit fundierten Ingenieurmethoden und unterscheidet Humatects von anderen Unternehmen. Bei der Gestaltung von HMI setzt Humatects insbesondere Künstliche Intelligenz beispielsweise in Form von Fahrer- und Pilotenmodellen ein. Diese Modelle ermöglichen es, den Anwender zu verstehen und Handlungen vorherzusagen, um Softwarefunktionen und Interaktion zu personalisieren. Humatects kombiniert diese KI-Methoden mit neuesten Technologien aus dem AR/VR-Bereich. Die Anwendungsgebiete sind u. a. Systeme zur Überwachung und Steuerung sicherheitskritischer Prozesse, Systeme für Kontrollräume zur Verkehrs-, Energie- und Raumüberwachung, Systeme für Cockpits in Flugzeugen, Schiffen und Autos. Humatects entwickelt für Kunden wie Airbus D&S, EWE Netz, Lufthansa, ATLAS Elektronik und Continental.

 

Was ist euer Spezialgebiet?

Als interdisziplinäres Team aus KI Experten, Datenwissenschaftlern, Softwareingenieuren und Human Factors Experten setzen wir den Menschen in den Fokus unserer Betrachtungen. Dies passiert einerseits in dem wir KI in Form von Modellen entwickeln – beispielsweise Fahrermodelle, die den Zustand von Fahrern automatisch erkennen – andererseits in dem wir die Mensch-Maschine Interaktion (HMI) optimal an diesen Zustand anpassen.

Welche Projekte habt ihr bereits erfolgreich umgesetzt?

Wir haben bereits erfolgreich intelligente Fahrermodelle entwickelt, die von großen Automobilzulieferern zur Erkennung von Fahrerintentionen und Individualisierung autonomer Fahrstile eingesetzt werden, sowie unterschiedliche Projekte in denen das HMI so gestaltet wurde, dass der Mensch die KI versteht und ihr vertraut. Hierzu zählen auch Forschungsprojekte wie AutoMate oder EASE.

Mit welchen KI-Methoden arbeitet ihr?

Wir setzen Bayes Netze ein, um Nutzerzustände und – intentionen sowie Umgebungszustände automatisch zu erkennen und vorherzusagen. Dies erlaubt uns die Mensch-Maschine Interaktion dynamisch an die Nutzer anzupassen. Darüber hinaus verwenden wir modellbasierte Human Factors Methoden. Die eingesetzten Modelle sind grundsätzlich formal und ablauffähig.

Wer ist eure Zielgruppe?

Wir suchen stets nach Firmen und Partnern, die einen Einsatz von KI sowie ein darauf abgestimmtes HMI Design testen und entwickeln lassen wollen, um die Aufgabendurchführung der Nutzer optimal zu unterstützen. Die Anwendungsdomäne ist dabei sehr breit gestreut – so verfügen wir sowohl über Kenntnisse im Automobilbereich, im Luft- und Raumfahrtbereich, im Energiesektor und im Bereich großer Kontrollräume als auch im kulturellen Bereich.

Wo seht ihr die größten Herausforderungen in den kommenden Jahren?

Wir sehen, dass die Technik in letzter Zeit im Bereich KI immer größere Fortschritte macht und eine sehr schnelle Entwicklung zurücklegt. Eine große Herausforderung ist den Menschen als Nutzer und Bediener solcher Systeme nicht aus den Augen zu verlieren. Damit ein System erfolgreich vom Nutzer angenommen wird, muss es vertrauenswürdig sein. Sie/Er muss das KI-System verstehen. Dieser Herausforderungen nehmen wir uns bereits seit einigen Jahren an und kombinieren KI mit Human Factors Aspekten.

Was sind die größten Potenziale von KI in eurer Branche?

Da wir von den eingesetzten Domänen sehr breit aufgestellt sind, existieren zahlreiche Potenziale von KI: Dies reicht von der Unterstützung von Fahrern im autonomen Fahren, indem beispielsweise das Fahrverhalten des Autos an die Intentionen des Fahrers und den automatisch erkannten und bevorzugten Fahrstil des Nutzers angepasst wird, bis hin zur automatischen Erkennung von Störungen und Anomalien in komplexen Überwachungssystemen z.B. im Energie- oder medizinischen Bereich.

Eine Zukunftsvision: Welches Alltagsproblem wird es dank KI in zehn Jahren nicht mehr geben? Und welches wird weiterhin existieren?

Wir denken, dass in 10 Jahren KI stark eingesetzt wird, um die Zustände von Nutzern zu erkennen und ein verwendetes System automatisch an den Zustand und die Emotionen des Nutzers anzupassen – sei es im Bereich des autonomen Fahrens, indem sich HMI und Fahrstil anpassen, als auch im Bereich Smart Home indem sich Wohnungstemperatur bis hin zu Musik- oder Filmvorschläge am aktuellen Nutzerzustand orientieren. KI wird Systemen die Fähigkeit verleihen, sich individuell auf den Nutzer einzustellen und gezielt Unterstützungswünsche oder -bedürfnisse zu erfüllen. Das wird aber nur gelingen, wenn der Nutzer die KI versteht und ihr vertraut. Die Herausforderung, die Systeme so zu gestalten, dass eine hohe Nutzerakzeptanz erreicht wird, nehmen wir gerne an.

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